Frage zu Höhengrenzen des Regenfeldanbaus

Hier haben die Öko´s mit geographischen Hintergrund ihr Chance Fragen zu stellen :-). Stichworte zu diesem Themengebiet sind: Arealkunde, Biodiversität, Wechselwirkungen und Nachhaltigkeit.

Frage zu Höhengrenzen des Regenfeldanbaus

Beitragvon problematicus » Sonntag 11. April 2010, 18:42

Hi ,

ich habe eine Frage bezüglich der Höhengrenze für zb Weizen Gerste Kartoffeln.

Höhengrenze in m über NN


Tropische Regenklimate a) Trockene Klimate b) Humide gemäßigte Klimate c)

Weizen 3300 3300 3600 a) Tansania c) Tibet

Gerste 4100 4100 4600 a) Anden c) Zentralasien 29° n Br.

Kartoffeln 4300 4300 4400 a) Amerika 15° s. Br


Quelle : Franke G. et al: Nutzpflanzen der Tropen udn Subtropen Bd I 2. Auflage ......


zu b gab es keine Angaben zu den ausgewählten Pflanzen


Also , aufgrund der weiteren Angaben zu anderen Pflanzen kann man generell sagen das Pflanzen in Wärmeren Regionen aufgrund der höheren Temperaturen in höheren Gebieten angebaut werden weil dort folglich
die Temperaturen höher sind als im Klima der gemäßigten Zone in den Höhen.

Bei den hier ausgewählten Beispielen ist es jedoch anders. Meine Vermutung dazu war 1:das in den Tropen mehr Niederschalg gibt und in den Höhen aufgrund des Steigungsregens ev der Niederschalg dann zu hoch ist für den Anbau von zb Weizen oder Gerste und zur Überwässerung führt. In der Gem. Zone wäre die Temp noch ausreichend und der Niederschlag in den angegebenen Höhen vll nicht so hoch wie in den Tropen so das dort der Niederschlag nicht zu hoch ist und die Pflanze wachsen kann.

2: Das Verhältnis Tropen :mit Warmer Luft die mehr Luftfeuchtigkeit auf sich nehmen kann aber auch eine viel höhere Rlf hat .....zu gem Kontinentaler Luft die kühler somit weniger Luftfeuchtigkeit mit sich führen kann aber dafür auch wesentlich trockener ist, fällt zugunsten des gemäßigten kontinentalen Klimas aus, so das dort die Sättigung später erreicht wird und in den angegebenen Höhen Niederschalg ist , während sich der Steigungsregen vll in den Tropen in den höhen schon ausgeregnet hat und es dort trocken ist. Also das Verhältnis von Temp und Luftfeuchtigkeit die Übersättigung in de gem k. Zone höher legt.

Oder gibt es einen vollkommen anderen Grund hierfür?

Mfg
problematicus
 
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Re: Frage zu Höhengrenzen des Regenfeldanbaus

Beitragvon problematicus » Montag 12. April 2010, 16:20

Schade noch keine Antworten

Also ein weitere Begründung vll das es beim kontinentalen klima starke schwankungen gibt und die spitzenwerte die 3600 m ermöglichen?
problematicus
 
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Re: Frage zu Höhengrenzen des Regenfeldanbaus

Beitragvon Varus » Montag 12. April 2010, 18:00

Also, ich versuche mal eine Antwort.
Mir wird übrigens deine Fragestellung mit den Höhenangaben nicht ganz klar. Ich nehme an, die Werte stammen aus der angegebene Quelle. Vielleicht sagt der Autor auch, wie man diese Werte erhält: Hat man a) nur die jeweilige, breitenkreisgemäße Höchstlage des tatsächlichen Anbaus z.B. von Kartoffeln ermittelt oder ist das jeweilige Ende der pflanzenphysiologischen Fahnenstange angegeben, d.h. die Höchstlage, bis zu der Katoffeln überhaupt wachsen können? :-? :-?
Variante a), die agronomische Höhengrenze, wäre leichter zu ermitteln als Variante b), die pflanzenphysiologische Höhengrenze. Jede Art hat ihr ökologisches Optimum, jenseits dessen der Anbau auch noch möglich, aber zunehmend schwieriger und ertragsschwächer wird bis es sich schließlich nicht mehr lohnt, andere Produkte oder andere Landnutzungsarten bringen dann mehr ein.
Ein schönes Beispiel dazu ist den Weinbau: in Mitteleuropa sind die Weinbaugebiete gesetzlich definiert. Weinbau ist natürlich auch außerhalb (nördlich) oder in größeren Höhenlagen möglich, aber ohne wirtschaftlich sinnvolle Ertrags- und Qualitätserwartungen.
Die agronomische und die physiologische Anbaugrenze werden bei den meisten Produkten weit auseinanderliegen, sowohl nach der Entfernung wie nach der Höhe (jedenfalls wenn man die Höhengrenze auf plus/minus 50m genau angibt, wie nach deiner Quelle.) Dass man beim Anbau wirklich bis an die physiologische Grenze geht, habe ich nur vom nordamerikanischen Sommerweizen gehört, evtl. gibt es noch weitere Produkte.
Ohne dass man also weiß, was eigentlich gemeint ist, lohnt sich m.E. nicht das Herumphilosophieren an den möglichen Gründen für die unsicheren Differenzen dieser unsicheren Werte!
Noch etwas zur Physiologie: Man kann nicht ohne weiteres Kartoffeln mit Kartoffeln vergleichen, es gibt das Hunderte von Sorten, die sind doch nicht alle gleich empfindlich, wirklich beweiskräftig ist das nur, wenn die gleiche(!!!) Sorte in unterschiedlicher Breitenlage eine nachweisbar verschiedene Höhengrenze hat, entsprechend auch bei anderen Produkten (sagt deine Quelle dazu auch etwas?)
Noch etwas zur Agronomie: Wenn eine bestimmte Sorte eines Produkts in verschiedenen Weltgegenden in unterschiedl. Höhenlage angebaut wird, kann das neben den physischen Bedingungen auch etwas mit dem agrarwirtschaftl. Umfeld zu tun haben: in ärmeren Ländern akzeptiert man u.U. auch geringere Ertragswerte; dafür sollte man dann aber keine klimatischen oder bodengeogr. Begründungen suchen.
Noch etwas zum Klima: Nur die Jahresmitteltemperatur und der Jahresniederschlag ist zur Begründung nicht hinreichend, wichtig auch: Länge der Wachstumsperiode (Temperatur), Niederschlagsverteilung innerhalb derselben, Wahrscheinlichkeit von unerwarteten Frösten, von Trockenperioden usw.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein.

Gruß Varus
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Re: Frage zu Höhengrenzen des Regenfeldanbaus

Beitragvon problematicus » Montag 12. April 2010, 21:00

Als Titel steht nur "höhengrenzen einiger nutzpflanzen in m über NN (annäherungswerte)"

Also denke das es die ungefährer höhengrenze ist bei der man die pflanze bei der jeweiligen zone anbauen kann.

Aber meine frage und die spekulationen bezogen sich ja darauf warum man weizen in kategorie c höher anbauen kann. wo doch im ersten blick ei kategorie a ein höherer wert sein müsste.

um mir das zu erklären hab ich dann spekuliert was ursachen dafür sein können.
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Re: Frage zu Höhengrenzen des Regenfeldanbaus

Beitragvon Varus » Dienstag 13. April 2010, 17:08

"höhengrenzen einiger nutzpflanzen in m über NN (annäherungswerte)": Ich kann daraus nicht entnehmen,ob es die "Annäherungswerte" im Sinne einer Generalisierung tatsächlicher Anbaugrenzen sind oder ob potenzielle Grenzen gemeint sind.
Allgemein gilt natürlich: die Anbaugrenze steigt mit geringerer Geogr. Breite.
Unter Punkt 2. hast du schon angebeutet, dass außer der Temperatur auch andere Faktoren Bedeutung haben können (Luftfeuchtigkeit, Niederschlag usw. usw.)
Man kann aber nicht generell behaupten: höhere Lage = höherer Niederschlag (Steigungsregen), es gibt z.B. auch Lee- und Beckenlagen, dann ist es anders!
Ich vermute, du wunderst dich über die größere Höhenlage der Anbaugrenze in Tibet im Vgl. zu Tansania.
Tansania in 3300 m Höhe, das sind die Außenflanken irgendwelcher dort herumstehender Vulkane, also sehr exponierte Lage.
Tibet in 3600 m Höhe, das sind Becken und Talböden, eingesenkt in ein höher liegende Hochfläche, umrahmt von noch höheren Hochgebirgen, also eher eine Schutzlage: Lhasa liegt "zufällig" in 3600 m! Da ändern sich schon reliefbedingt die Klimawerte ganz erheblich gegenüber Tansania, vermute ich jedenfalls.
Varus
 
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