Warum fließt Wasser?

Faktoren und Prozesse beim Wasserkreislauf und die Wechselwirkungen mit der Umwelt. Solche und ähnliche Themen sind hier genau richtig!

Warum fließt Wasser?

Beitragvon gästin » Montag 23. Mai 2005, 16:14

Hallo,
was würdet Ihr (außer dem Gefälle) antworten?
Ich weiß leider keine überzeugende Antwort.....
vielen dank für Eure Hilfe
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Beitragvon glimmerschiefer » Montag 23. Mai 2005, 16:29

wegen der kohäsionskräfte und des aggregatzustandes würde ich meinen
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Beitragvon Novosibirsk » Montag 23. Mai 2005, 16:51

Wasser kann ohne Gefälle (Schwerkraft) nicht fließen. Es sei denn, man steckt externe Energie rein (Pumpen), um Wasser entgegen der Schwerkraft zu fördern.

Dies haben schon die Wasserbauingenieure Manning und Strickler für die mittlere Geschwindigkeit in Freispiegelgerinnen annähernd bewiesen:

v=Kst^(1/3)*Rhy^(2/3)*Ie^0,5

wobei
Kst = Rauhigkeitsbeiwert in (m^(1/3)/s)
Rhy = Hydraulische Radius m^(2/3)
Ie = Energiegefälle, dimensionslos

Da alle Faktoren im Produkt stehen, wird Geschwindigkeit 0 wenn das Gefälle 0 ist.
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Beitragvon Arno » Montag 23. Mai 2005, 22:22

Wasser fließt, weil es eine Flüssigkeit ist (sobald das Volumen ausreicht, die Oberflächenspannung zu überwinden, auch auf einer ebenen Unterlage), denn für Fl. gilt: Kohäsionsenergie>Kinetische Energie der Bestandteile>Bindungsenergie
Feststoffe dagegen: Kinetische Energie der Bestandteile<Bindungsenergie
Gase: Intermolekulare Kräfte << kinetische Energie der Teilchen
(Quelle: http://www.hydroskript.de/html/_index.h ... p0402.html ).
Du musst also beide Antworten kombinieren.
Viel Glück beim Vordiplom!
Arno
 
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Beitragvon Novosibirsk » Dienstag 24. Mai 2005, 11:13

Hallo Arno,

für mich ist es überraschend, dass Du auf die Hydroskript Seite linkst. Ich höre momentan die Vorlesung Hydroinformatik beim Autor dieser Seite. Kennst Du ihn etwa auch aus Vorlesungen?
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Beitragvon Arno » Dienstag 24. Mai 2005, 13:52

nein, aber ich finde das Skript recht gut!
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Beitragvon NeoXtrim » Freitag 11. Juli 2008, 14:03

wasser kann unter gewissen umständen aber auch entgegen der schwerkraft transportiert werden: bspw. im gletscher, durch erhöhten drücken, ausserdem gibt es ja noch das dichte-maximum bei 3,98°C, wäre da nicht auch eine theoretische aufwärtsbewegung bspw. im verdichteten boden zu erwarten?
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Beitragvon Arno » Samstag 12. Juli 2008, 15:42

Du hast recht, hydrostatische Effekte waren in der Diskussion nicht berücksichtigt.
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Beitragvon Rexus » Samstag 12. Juli 2008, 22:25

Ist natürlich die Frage, wie weit man den Begriff Fließen definiert.

Wenn es der aus der Geomorphologie stammende Begriff (eine Bewegung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten - am Boden (Kontakfläche) langsamer als in der Mitte) - ist Wasser abhängig. Aber in Beachtung einer einfachen Bewegung (Fließen = Bewegung), so ist dies bei Wasser immer Vorhanden (flüssig).

Lass mal ein Tropfen einer anderen Flüssigkeit in Wasser fallen - egal wie ruhig und ohne Gefälle das Wasser ist - ...
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