Lehre vom isostatischen Gleichgewicht

Ob Rumpffläche, Schichtstufe oder Flußterrasse. Fragen und Antworten zu Faktoren und Prozesse der Oberflächenformung findet Ihr hier.

Lehre vom isostatischen Gleichgewicht

Beitragvon Geoden » Montag 5. Mai 2014, 14:58

Hallo Liebe Geographen,

Mein Professor hat uns folgende Folie zum verstehen des isostatischen Gleichgewichts gegeben. Bei dieser Folie verstehe ich gleich mehrere Dinge nicht.
1. "Die spezifisch leichtere kontinentale Kruste schwimmt weiter obenauf als ozeanische Kruste."
- Wieso ist die Kontinentale Kruste leichter? Die ist ja offensichtlich deutlich Größer mit Gebiergen und so... müsste die nicht eigentlich schwerer sein?

"2. Wird ein Krustenstück von oben beschwert (bzw. erleichtert), so taucht es ab (bzw. auf)"
- Das ist klar: Wenn ich auf einen schwimmenden Eiswürfel noch einen weiteren Eiswürfel drauf lege, taucht ein Teil des Eiswürfels ab. Deswegen ist der größte Teil eines Eisberges auch unterwasser.

"3. Überall dort, wo sich die Kruste verdickt, muss sie weiter auftauchen, dort kommt es also zu einer Heraushebung (eines Gebirges)"
- Den Teil verstehe ich gar nicht... Wenn ich eine Kruste dicker mache, dann mache ich sie doch schwerer und damit müsste sie weiter abtauchen und nicht auftauchen. Und wieso entstehen dann Gebirge?

"Lehre vom isostatischen Gleichgewicht: Zustand der Isostasie (< grch. isos - gleich, stásis - Stand), d.h. eines Ausgleichs zwischen Gewichts- und Auftriebskräften"
- Gewichtskraft, ist die Kraft die zum Erdmittelpunkt geht. Erschwäre ich eine Kruste so geht sie tiefer in Richtung Erdmittelpunkt.
- Aber was ist die Auftriebskraft? Es gibt also ein Kraft die Massen von dem Erdmittelpunkt hinaus drückt?

Ihr merkt, ich bin noch ein Anfänger darin und erstes Semester. Ich hoffe es findet sich jemand der mich ein wenig aufklären kann :)

Liebe Grüße
Geoden
 
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Re: Lehre vom isostatischen Gleichgewicht

Beitragvon tepui » Montag 5. Mai 2014, 17:20

Du verwechselst ständig spezifisch leicht/schwer mit absolut leicht/schwer.

Zu 1.) Kontinentale Kruste ist mineralogisch etwas anders zusammengesetzt als ozeanische, daher spezifisch leichter. (Stichwort: Differentiation von Magmen)

Zu 2.) ist klar

Zu 3.) Am Beispiel Eis/Wasser: Eine 10 cm dicke Eischolle tauch 9 cm unter und 1 cm auf. Schieben sich zwei Eisschollen übereinander ist die neue dicker, nämlich 20 cm. Diese taucht 18 cm unter und 2 cm auf, also einen cm mehr als die alte dünnere. (sieh z.B. F. Ahnert: Einführung in die Geomorphologie. Da wird dem auch quantitativ nachgegangen.)
Gruß,
tepui
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Re: Lehre vom isostatischen Gleichgewicht

Beitragvon Geoden » Dienstag 6. Mai 2014, 11:38

Danke für die Hilfreiche Antwort :). Ich habe es jetzt besser verstanden :).
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Re: Lehre vom isostatischen Gleichgewicht

Beitragvon Geomatti » Donnerstag 5. Juni 2014, 10:33

Auch mir hat die Antwort geholfen. VIelen Dank!
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