Hot Spots als Startpunkte von Rifting und Plattendrift

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Hot Spots als Startpunkte von Rifting und Plattendrift

Beitragvon Johnny » Mittwoch 28. November 2012, 11:26

Hallo liebes Forum,

in einer vier Jahre alten Ausgabe der Zeitschrift "Praxis Geographie" habe ich einen Artikel entdeckt, der diesen Zusammenhang herstellt. Die Theorie wird anhand eines Ereignisses in der Afar-Senke im Jahr 2005 erläutert. Danach können aufdringende Mantle Plumes in der darüber driftenden Platte linienhafte Dykes ausbilden, die in der Platte sozusagen eine Sollbruchstelle erschaffen. Entlang dieser Schwächezone können laut Artikel durch nachfolgendes Rifting Plattenteile voneinander getrennt werden.

Kann jemand aktuellere Erkenntnisse zu diesem Thema beisteuern? Gilt dieses Beispiel nur in der Afar-Senke oder auch z.B. auf Hawaii?

Liebe Grüße ans Forum!

P.S.:
Artikel:
Kaminske, Volker: "Haben Platten einen Reißverschluß?" aus Praxis Geographie 5/2008, S.20-23.

Aktuellste Sekundärquellen aus dem Artikel:
Wright, T.J. u. a.: "Magma-maintained rift segmentation at continental rupture in the 2005 Afar dyking episode". Nature 442 (2206) H.7, S.291-294
Frisch, W. und Meschede M.: "Plattentektonik. Kontinentverschiebung und Gebirgsbildung." Darmstadt 2006, S.83 ff.
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Re: Hot Spots als Startpunkte von Rifting und Plattendrift

Beitragvon Raeven » Samstag 1. Dezember 2012, 23:18

Das Geoforschungs Zentrum Potsdam hat doch Untersuchungen wegen der hohen Geschwindigkeit der indischen Platte gemacht und da Theorien bezüglich des Auseinanderbrechens von Gondwana aufgestellt.
Da müssten ein paar hilfreiche passende Infos für Dich dabei sein.

Nein, ich habe die Publikation nicht und auch keinen Link, aber ich hab eben eine Erwähnung gefunden, die auf die Publikation in Oktober 2007 verweist.


Gruß
Chris
Hoffendlich nervet es Euch nicht zu sehr, dass ich gern vieles zu meinen aktuellen GIS Überlegungen einfach mal poste :-)
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Re: Hot Spots als Startpunkte von Rifting und Plattendrift

Beitragvon christian_b219 » Dienstag 11. Dezember 2012, 05:51

In unserer Einführungsvorlesung wird das in etwa so gelehrt. Wobei ich persönlich vom Begriff Hotspot abraten würde, da es letzlich nicht geklärt ist ob es wirklich eine Tamperaturanomalie ist und man in den Magmen durchaus einen leicht erhöhten Fluidanteil feststellen kann. Die steigt ein Manteldiapir af so bildet sich ein breiter Plumekopf welcher sobald er auf die Kruste trifft Flutbasalte (im englischen LIP) verursacht und dies kann zum aufbrechen eines Kontinents führen (muss aber nicht). Wenn du in google Scholar nach Large igneous province und plume suchst wirst du bestimmt fündig. Ebenso interessant könnte die Atlantik Insel Tristan da Cunha sein zu ihr führen 2 Hotspot "tracks" von beiden Seiten des Atlantiks die jeweils auf den Kontinenten in Flutbasalt Provinzen (Etendeka, Parana) enden.
christian_b219
 
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