Grobe Gesteinsbestimmung

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Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon avocado » Donnerstag 14. Juli 2011, 13:02

hallo,
ich stehe vor folgendem Problem. ich muss die Begriffe bzw. Eigenschaften:
glasig, schieferig, porös, laminiert geschichtet und kalkhaltig
Vulkaniten Plutoniten und Metamorphiten zuordnen.
Und würde gerne wissen ob meine Zuordnung korrekt ist.

Vulkanite: glasig und porös
Plutonite: glasig und porös
Metamorphite: kalkhaltig und laminiert geschichtet

Vielen Dank für Eure Hilfe

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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon Varus » Donnerstag 14. Juli 2011, 14:33

Ich weiß nicht, ob es glasige Plutonite gibt, porös kann ich mir bei denen gar nicht vorstellen. Typische Plutonite wie Granit, Syenit, Diorit sind gut kristallisiert und kompakt.
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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon Zottel » Donnerstag 14. Juli 2011, 16:13

Hallo,

also so aus dem Bauch heraus würde ich es so einteilen:

Vulkanite
-> glasig (da "schnelle" Abkühlung) kalkhaltig (z.B.: Plagioklas im Basalt)

Plutonite
-> porös (als Synonym für grobkristallin) kalkhaltig (z.B.: Plagioklas im Granit)

Metamorphite
-> schiefrig (da häufig Deformation) kalkhaltig (Mamor)

Sedimentgesteine
-> laminiert geschichtet (ungestörter Sedimentationsprozess läuft nun einmal häufig schichtweise ab), kalkhaltig (Kalkstein)

Gruß Zottel
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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon Arno » Donnerstag 14. Juli 2011, 22:19

kalkhaltig trifft weder auf Vulkanite noch Plutonite zu (Kalzium im Feldspat darf man nicht mit Kalk verwechseln)
porös ist nicht das gleiche wie grobkristallin. Porös sind im Wesentlichen Vulkanite (insbes. Bimsstein).
Auf Plutonite trifft keine einzige der genannten Eigenschaften typischerweise zu.
Beim Marmor ist das etwas schwierig; da wäre vlt. wichtig zu wissen auf welchem Niveau wir uns bewegen (Schule: Welche Jahrgangsstufe, oder Studium) da korrekterweise eigentlich gesagt werden muss, dass Kalkstein wie auch Marmor i.W. aus Kalzit bestehen, Marmor aber i.e.S. nicht kalkhaltig ist, da es ja eben Marmor und nicht Kalk ist. Ich würde also eher dazu tendieren, k. nicht in Verbindung mit Metam. zu bringen. Obendrein ist k. sicher nicht typisch für Metam., da auf Ausnahmen beschränkt.
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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon Zottel » Donnerstag 14. Juli 2011, 23:13

Hmm da hat mich mein Bauchgefühl scheinbar sehr getäuscht...

Dachte bei den Feldspäten eigentlich an die Verwitterungsprodukte, was passiert denn dann mit dem Ca+? --> Kalziumhydroxid? gelöst? kann sich dort kein Kalk bilden?

Beim Marmor würde ich nicht vom Niveau der Bildung ausgehen sondern eher von der Definition der Begrifflichkeit "kalkhaltig". Als chemische Verbindung bezeichnet Kalk doch nun einmal CaCo3 und mineralogisch den Calcit und beides trifft doch auf Marmor zu oder täusche ich mich wieder.
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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon Arno » Freitag 15. Juli 2011, 08:45

Da hast Du schon Recht: als Verwitterungsprodukt bei der Hydrolyse Ca-haltiger Silikate bildet sich tatsächlich nach Isolierung des Ca++ Kalk, der allerdings als Kalziumhydrogenkarbonat gleich in Lösung bleibt und i.d.R. ins Grundwasser abgeführt wird. Er ist aber kein Bestandteil des ursprünglichen Gesteins.
Beim Marmor ist es wie gesagt etwas schwieriger. Oft sind sich in diesem Fall die Fragesteller (Lehrer?) selbst nicht bewusst, dass sie eine an sich falsche Antwort erwarten. Chemisch/mineralogisch hast Du natürlich völlig Recht: Beide Gesteine bestehen aus dem gleichen Mineral. Jedoch sind Kalk(stein) und Marmor eben Gesteinsbezeichnungen, die die Genese der Gesteine einbeziehen, keine chem./min. Bez.
Falls in der Klausur/Schulaufgabe/mdl. Prfg. des Fragestellers aber sowieso nach *typischen* Eigenschaften der Metamorphite gefragt wird, erübrigt sich diese zugegeben spitzfindige Diskussion, da Marmor eben im Kanon der Metamorphite eine Ausnahme ist.
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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon avocado » Samstag 16. Juli 2011, 00:26

Vielen Dank für die Antworten,
zur kurzen Info: Ich studier Hydrologie und das ist eine typische Prüfungsaufgabe im Fach Geologie/Bodenkunde welche ich kommenden Montag schreibe.
Wir sind uns (kommilitonen) nicht so ganz sicher wie wir es einteilen sollen.
Es handelt sich dabei um eine grobe Einschätzung wenn man Feldproben hat.

Ich Versuchs also nochmal:
Vulkanite: glasig und porös ----- @zottel: Basalt ist basisch SiO2 da reagiert nichts mit HCl, porös würd ich basalt schon bezeichen da kavernös zu groß ist.
Plutonite: ebenfalls glasig und porös (evtl. schiefrig, was ich aber nicht glaube) Bsp.: Gabbro und Granit. Bin mir aber nicht ganz sicher.

Das große Problem sind die Metamorphite:
Marmor und Eklogit sind auf jedenfall Kalkhaltig. Grünschiefer und Phylit aber hingegen nicht.
Porös auf jedenfall nicht
glasig und oder schieferig bin ich mir unsicher.

Es handelt sich wie gesagt um eine grobe Einschätzung wenn man mit HCl, Lumpe und Hammer im Gelände unterwegs ist.

Danke für Eure Unterstützung
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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon tepui » Samstag 16. Juli 2011, 09:43

Schau mal hier unter dem Stichwort Petrologie

http://www.geoversum.de/forum/viewtopic.php?t=3286

Da sind verschiedene Links - PETROgraph und das PDF zur Prüfungsvorbereitung 'Gesteinsbestimmung' sind 'für die Schnelle' ganz brauchbar.
Gruß,
tepui
(auch bei http://www.geoversum.de/forum/)
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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon Varus » Samstag 16. Juli 2011, 11:49

Vielleicht hast du auch die Frage falsch eingeschätzt, nämlich so, dass jeder Begriff eineindeutig zugeordnet werden muss. Man wollte euch vllt.nur einige Begriffe unverbindlich zur Auswahl geben, damit die Beschreibung leichter wird.
Also: an deiner Stelle würde ich die Gesteinsklassen und die einzelnen Beisdpiele erst mal googeln, dann merkst du selbst schon, was nicht passt.
Marmor ist sicher kalkhaltig, typisch metamorph (= ursprüngliche Struktur total verändert), obwohl das wirklich Typische nicht der kalkweiße Kalk ist, sondern die nicht kalkweißen Begleitminerale (Begriff "marmorieren"!). Eklogit kann gar nicht kalkhaltig sein (Genese). Plutonite und Vulkanite sind niemals kalkhaltig, die höllischen Entstehungsbedingungen hält der gar nicht aus. "Porös" deutet auf Entgasung hin, also nur bei Vulkaniten. "Glasig" kommt durch schnelle Abkühlung, also Vulkanite. "Schiefrig" ist Indiz für hohen Druck, also Metamorphit.
Verwechselungsgefahren: "Kalkhaltig" ist nicht gleich "Ca-haltig", "porös" ist nicht gleich "klüftig": auch kompaktes Material könnte anfällig für Kluftbildung sein (wichtig für die Wasserführung, evtl. denken die Hydrologen/Pedologen an sowas.)
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Re: Grobe Gesteinsbestimmung

Beitragvon tepui » Samstag 16. Juli 2011, 13:00

Varus hat geschrieben:Plutonite und Vulkanite sind niemals kalkhaltig


Was ist mit Karbonatiten? Sind zwar sehr selten, gibt's aber z.B. am Kaiserstuhl. Zurzeit ist der Ol Doinyo Lengai ein aktiver Karbonatit-Vulkan, der einzige.

In erster Näherung ist Deine Aussage aber richtig.
Gruß,
tepui
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