GER: Einwanderungs- oder Auswanderungsland?

Beitragvon seekarte » Sonntag 29. November 2009, 01:16

Also gibt es den deutschen Willen?


ja sicher. ein Staat hat doch Interessen. Und diese drückt er auch aus und tut sie in Wort und Schrift und allen Medien und auf diplomatischer Ebene kund. Manchmal sogar durch Krieg, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Mithin ist Deutschland also eine Person mit ihrem Willen?


es ist ein Staat.
Wenn die Frau Merkel z.B. bald wieder ihre Neujahrsansprache hält, dann wird sie doch allen was zu sagen haben und auch wieder formulieren, was gut ist was erwünscht ist und was nicht. Und das tut sie nicht als Frau Nachbarin Merkel von nebenan, sondern als Kanzlern in ganz offizieller Sache. Da spricht dann die Bundesrepublik Deutschland.
Und wenn damit nicht die Deutschen gemeint sind, wer denn sonst?

Nicht vielleicht 82 Mio. Personen mit ganz unterschiedlichen Willen, Meinungen, Interssen und Haltungen?


die zählen nicht.
das Volk bildet alle 4 Jahre vor den Urnen eine Schlange. Am selben Abend weiß man bereits das Resultat. Dann entkoppelt sich das Herrschaftsinstrument Parlament sofort wieder vom Volk und macht seinen Job wie gewohnt wie gehabt nach offizieller opportuner Doktrin.
Das Volk braucht es dazu 4 Jahre lang überhaupt nicht mehr. Schon gar nicht in Deutschland. Da werden ja nicht mal Volksabstimmungen zu heiklen Themen durchgeführt, wie z.B. in der Schweiz gelegentlich.

Das ist Demokratie. Oder genauer gesagt: parlamentarische Demokratie. Betonung auf "parlamentarisch". Nicht Volksdemokratie,

In Deutschland wird die Macht nicht vom Volke ausgeübt, sondern von deren Repräsentanten.
Inwieweit das gut oder verwerflich ist, da gibt es verschiedene Meinungen. Die hiesige Regierung findet es gut, Ghadaffi kritisiert es in seinem "Grünen Buch" wiederum aufs schärfste.

Die Eingangsfrage war ja: "Ist Deutschland ein Einwanderungsland?"

Regierung sagt: nein.

ich sag, was die Regierung sagt, weil ich mangels eines eigenen fachspezifischen Studiums davon ausgehe, daß es von den staatsrechtlich geschulten akademischen Leuten dort wohl durchdacht ist.

Du sagst ja. Auch gut.
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Beitragvon geogräfin » Montag 30. November 2009, 14:43

ja sicher. ein Staat hat doch Interessen.
Ein Staat ist keine Person, sondern eine Ordnung. Ein Land ist auch keine Person. Personen haben Interessen und Meinungen, Staaten oder Länder können keine Meinung oder Interessen haben.
Wenn die Frau Merkel z.B. bald wieder ihre Neujahrsansprache hält, dann wird sie doch allen was zu sagen haben und auch wieder formulieren, was gut ist was erwünscht ist und was nicht.

Sie wird sagen, was sie (oder ihre Berater/ihre Parteifreunde ...) für gut hält und was sie für wünschenswert hält, oder sie wird eine offizielle Haltung der Regierung ausdrücken.

Da spricht dann die Bundesrepublik Deutschland.

Nein, wenn Frau Merkel spricht, dann spricht Frau Merkel und nicht die Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesrepublik Deutschland ist keine Person mit eigenem Willen und Sprachfähigkeit. Frau Merkel spricht bestenfalls als Repräsentantin; das bedeutet aber noch lange nicht, dass ihre Meinung die Meindung "der Deutschen" oder gar die Meinung Deutschlands ist.

Zitat:
Nicht vielleicht 82 Mio. Personen mit ganz unterschiedlichen Willen, Meinungen, Interssen und Haltungen?
die zählen nicht. ... macht seinen Job wie gewohnt wie gehabt nach offizieller opportuner Doktrin.
Ach du Sch... Hab keine Lust, auf dem Niveau weiter zu diskutieren.

Die offizielle Haltung der Regierung oder die Meinung / den Willen von Staatsvertretern als "die Meinung / den Willen Deutschlands" hinzustellen (Zitat: "Deutschland will nämlich kein Einwanderungsland sein") ist unsinnig, ebenso wie die zugrundeliegende Personifizierung von Ordnungen, von Territorien, von Bevölkerungen.
geogräfin
 
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