Vegetationskram: Transferleistungen?

Hier haben die Öko´s mit geographischen Hintergrund ihr Chance Fragen zu stellen :-). Stichworte zu diesem Themengebiet sind: Arealkunde, Biodiversität, Wechselwirkungen und Nachhaltigkeit.

Vegetationskram: Transferleistungen?

Beitragvon Bergpartisan » Samstag 26. November 2005, 19:03

Schönen guten Tag an die Spezies vom Grünen Zweig,
ich hab was von wegen Transferleistungen in Zusammenhang mit Ausprägung von Baumringen aufgeschnappt, aber Wiki spukt nur physikalische Formeln und ellenlange Erklärungen aus, die zur Vegetation nicht wirklich passen, auch google will mit den ersten Angeboten nicht so recht weiterhelfen. Nun dachte ich, hier gehilfene Holfe erlangen zu können. Danke und Grüße.
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Beitragvon Arno » Montag 28. November 2005, 10:34

Hab' Deine Frage noch gar nicht verstanden :-?
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Beitragvon Federwolke » Montag 28. November 2005, 14:53

Ich auch nicht, Arno. Ich auch nicht... Noch besser: Ich seh gar keine Frage ;)
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Beitragvon Bergpartisan » Montag 28. November 2005, 21:22

....mhh, kratz. Ich dachte, die Überschrift gibt das Thema der "Frage" vor. Also, was sind Transferleistungen (natürlich in Bezug auf Pflanzenwachstum und Ausprägung von Baumringen)? Ok, wahrscheinlich entweder der Stofftransport Blatt/Wurzel zum entstehenden Baumring oder aber ein Transport zwischen den vorhandenen Baumringen. Das sind die Gerüchte, die bei uns kursieren.... ;-) . Doch liegen wir da falsch?
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Beitragvon Arno » Dienstag 29. November 2005, 11:52

:-? stell Dir vielleicht mal vor, Du müsstest jemanden prüfen. Versetz' Dich in die Rolle Deines Profs und formuliere dann die Frage, als müsse ein Prüfling sie verstehen - evtl. wird's dann was ...
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Beitragvon corvus corax » Dienstag 29. November 2005, 19:59

Ok. Ich meine verstanden zu haben worum es geht. Zumindest liefere ich mal einen Ansatz für weitere Ausführungen.

Der Zusammenhang zwischen der Jahrringbreite und den "Transferleistungen" ist eigentlich ganz banal. Dazu zunächst einige Erläuterungen zur Physiologie von Bäumen.

Ein Baumstamm besteht in seinem Inneren aus totem Holz, das für den Baum, außer der Möglichkeit standfest in die Höhe wachsen zu können, keinen Wert mehr hat. Der gesamte Transport von Wasser und gelösten Stoffen bzw. Assimilatlösung geschieht dicht unter der Rinde. Dort befindet sich mit dem Kambium quasi eine Lage "Stammzellen", also eine meristematisch aktive Zellteilungsteilungsschicht. Dort werden nach innen neue Xylemzellen (also Holz) und nach außen Phloemzellen (also Bast) produziert. Im Xylem wird Wasser von den Wurzeln in die Blätter transportiert, wo es für die Photosynthese gebraucht wird. Im Phloem wird dagegen "Zuckernährlösung" als Photosyntheseprodukt zu den Wurzeln geschafft und diese damit "ernährt". So weit zur Physiologie.

Ein Baum ist folglich nur dann in der Lage dicke Jahrringe zu produzieren, wenn er gute Bedingungen hinsichtlich der Wasser- und Nährstoffversorgung hat und ausreichend Licht bekommt. Der Energieüberschuss kann in Höhenwachstum, Blüte, Fruktifikation etc. und eben Dickenwachstum angelegt werden. Dabei entsteht eine positive Rückkopplung, d.h. ein Baum der einmal gut versorgt ist, wird es in der Zukunft um so besser haben, weil er diesen Vorteil weiter auszubauen in der Lage ist. Und dabei ist ein reichliches Dickenwachstum natürlich auch dahingehend von Vorteil, dass breitere Xylem- bzw. Phloemzelllagen eine höhere Transportleistung bewerkstelligen können, die dann wiederum zu stärkerem Wachstum beiträgt.

War das so in etwa das was du wissen wolltest?

Einschränkend muss ich dazu noch bemerken, dass das Wuchsverhalten und damit auch die Fähigkeit eines Baumes auf günstige Umweltbedingungen mit Wachstum zu reagieren artspezifisch mit zunehmendem Alter deutlich zurückgehen.
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