Borealer Nadelwald

Hier haben die Öko´s mit geographischen Hintergrund ihr Chance Fragen zu stellen :-). Stichworte zu diesem Themengebiet sind: Arealkunde, Biodiversität, Wechselwirkungen und Nachhaltigkeit.

Borealer Nadelwald

Beitragvon christian_b219 » Sonntag 27. September 2009, 19:43

Hallo, ich hoffe jmd von euch kennt sich in der Beziehung aus habe mir heute den entsprechenden Wikipedia Artikel hierzu angeggugt und war etwas überrascht, da steht das dort es dort Feuer gäbe O.o kann das sein? ich meine in Kalifornien OK aber in Kanada, Russland und Skandinavien?

Achja warum ich da eigentlich reingeggugt habe, weiss jmd ob es einen adäquaten Begriff für extrem südliche Nadelwälder gibt?
christian_b219
 
Beiträge: 155
Registriert: Donnerstag 22. Januar 2009, 19:19
Wohnort: Würzburg

Beitragvon dk-jule » Montag 28. September 2009, 11:08

sicher gibt es im borealen nadelwald feuer. das ist doch ein ganz natürlicher prozess.
auch im borealen nadelwald gibt es vegetationsperioden. da ist es also wärmer, die pflanzen beginnen mit der photosynthese, der boden taut bis in gewisse tiefen auf. das leben blüht.
und da kann es - muss es aus ökologischer sicht sogar - zu selbstentzündungen kommen, um den natürlichen kreislauf am leben zu erhalten. ;) es gibt übrigens unterschiedliche arten von feuer. die kronenfeuer, die sehr heiß sind (1000°) und meist großflächige areale abbrennen lassen. und die unterholzfeuer, die kühler sind (200°) und im prinzip nur die abgestorbene biomasse am boden verbrennt und dem nährstoffkreislauf zurückführt.

was genau meinst du mit extrem südlichen nadelwäldern?
dk-jule
 
Beiträge: 49
Registriert: Sonntag 24. Mai 2009, 14:54
Wohnort: Greifswald

Beitragvon christian_b219 » Montag 28. September 2009, 15:16

boreal heisst ja nördlich, ich will also den entsprechenden (Sammel-)Begriff für die südlichen Nadelwälder der Südhemisphäre also die in Süd chile Argentinien, Tasmanien, Neuseeland

nebenbei gibts da ne ungefähre Grenze für Waldbrände in Grad nördlicher Breite? bzw die Waldbrände müssten ja eig mit der Winterregen Zone jeweils enden die in Nordamerika halt verhältnismäßig weit nördlich endet
christian_b219
 
Beiträge: 155
Registriert: Donnerstag 22. Januar 2009, 19:19
Wohnort: Würzburg

Beitragvon dk-jule » Montag 28. September 2009, 15:27

auf der südhalbkugel gibts keine nadelwaldzone. es gibt vielleicht einzelne nadelwälder, aber keine richtige zone.

hab bisher nichts von einer gradgrenze für waldbrände gelesen. kann mir aber durchaus vorstellen, dass wenn die feuchtebedingungen es zulassen, keine brände mehr entstehen können. da bin ich leider überfragt. ;)

viele grüße,
jule
dk-jule
 
Beiträge: 49
Registriert: Sonntag 24. Mai 2009, 14:54
Wohnort: Greifswald

Beitragvon christian_b219 » Montag 28. September 2009, 15:50

naja ich muss zugeben die landmassen sind für die Ausbreitung dieser Zone etwas ungünstig verteilt

In Europa befinden sich die borealen Nadelwälder alle nördlich der Winterregen Zone von daher hat man hier auch keine Waldbrände
christian_b219
 
Beiträge: 155
Registriert: Donnerstag 22. Januar 2009, 19:19
Wohnort: Würzburg

Beitragvon Arno » Montag 5. Oktober 2009, 22:28

das ist m.E. eine zu einfache Sicht der Dinge. Begriffe wie Winter-/Sommerregenklima definieren sich - wie der Name schon sagt - über das Klima, langjährige Mittelwerte also.
Für Waldbrände wichtig ist aber die Witterung. Selbst wenn es nur alle Jahrzehnte zu einer Trockenphase kommt, genügt dies für ein waldbrand-bestimmtes ökologisches Gefüge (mit entsprechenden, angepassten Sukzessionsstadien), da sich wegen der ansonsten geringen Humifizierungsrate i.d.R. genügend Streu gebildet haben wird, um den Brand zu nähren. Somit sind allenfalls maritime Bereiche der borealen Zone nicht an Waldbrände angepasst, wo Trockenphasen einfach zu selten sind.
Arno
 
Beiträge: 1084
Registriert: Donnerstag 11. Dezember 2003, 10:08

Beitragvon christian_b219 » Donnerstag 8. Oktober 2009, 05:24

Also da muss ich dir leider wiedermal widersprechen Arno, du bist nicht in den Äusseren Tropen/Sahelzone wo Regenzeiten vollständig ausfallen können, ich weiss net, wie lange wird ein Wald benötigen bis er so trocken ist, dass das Holz brennbar ist? 3/4 Monate? => 3/4 Monate keinen Niederschlag in einer Sommerregen Zone??? halte ich für unrealistisch auch wenn du natürlich mit deiner Kernbehauptung Klima ist nicht gleich Witterung recht hast, aber es scheint mir in diesem Kontext angebracht, über Klima und nicht über Witterung zu reden mir ist auch kein skandinavisches Waldbrandjahr bekannt oder dir?
christian_b219
 
Beiträge: 155
Registriert: Donnerstag 22. Januar 2009, 19:19
Wohnort: Würzburg

Beitragvon Arno » Donnerstag 8. Oktober 2009, 14:54

lesen bildet:

Larsen, J.A. (1980): The boreal ecosystem. Academic Press, New York.
Richter, M. (2001): Vegetationszonen der Erde. Klett-Perthes, Gotha.
Schultz, J. (2000): Handbuch der Ökozonen. Ulmer-Verlag, Stuttgart.
Shugart, H.H., R. Leemans, G.B. Bonan (Eds., 1992): A systems analysis of the global boreal forest. Cambridge University Press, Cambridge.
Treter, U. (1993): Die Borealen Waldländer. Westermann, Braunschweig.
Walter, H., S.-W. Breckle (1999): Ökologie der Erde. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg:
- Bd 3. Spezielle Ökologie der gemäßigten und Arktischen Zonen Euro-Nordasiens.
- Bd 4. Gemäßigte und Arktische Zonen außerhalb Euro-Nordasiens.

Skandinavien ist wenig repräsentativ für die Borealis und deshalb waren in meinem Text die (flächenmäßig nicht sehr bedeutenden) maritimen Bereiche explizit ausgeklammert.
Arno
 
Beiträge: 1084
Registriert: Donnerstag 11. Dezember 2003, 10:08

Beitragvon christian_b219 » Freitag 9. Oktober 2009, 03:02

löl dann hätte ich hier nicht fragen müssen, aber ganz ehrlich du musst doch zu geben, dass es im Winterregenklima total unwahrscheinlich ist nen Waldbrand zu haben, oder net?

sag einfach ja dann haste deine Ruhe ;)
christian_b219
 
Beiträge: 155
Registriert: Donnerstag 22. Januar 2009, 19:19
Wohnort: Würzburg

Beitragvon Arno » Samstag 10. Oktober 2009, 09:51

meintest Du nun Winter- oder doch eher Sommerregenklima?

In ersterem Fall müsste ich dann doch klar "nein" antworten und fürchte mich schon vor der Ruhelosigkeit. Im anderen Fall könnte ich mich allenfalls zu einem "das hängt davon ab" durchringen.

Eine schöne Karte der globalen Waldbrandgefährdung (mit weiteren Sommerregengebieten) findet sich in Bond & van Wilgen (1996): Fire and plants. - Chapman & Hall. Bei deren Betrachtung fällt mir auch noch auf, dass fast das komplette Finnland als gefährdet klassifiziert wird.
Arno
 
Beiträge: 1084
Registriert: Donnerstag 11. Dezember 2003, 10:08

Nächste

Zurück zu Vegetationsgeographie/Geoökologie/Naturschutz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast