Künstliche Teiche sind sehr effiziente CO2-Senken

Hier haben die Öko´s mit geographischen Hintergrund ihr Chance Fragen zu stellen :-). Stichworte zu diesem Themengebiet sind: Arealkunde, Biodiversität, Wechselwirkungen und Nachhaltigkeit.

Künstliche Teiche sind sehr effiziente CO2-Senken

Beitragvon NeoXtrim » Donnerstag 29. Mai 2008, 16:17

Bewässerungsteiche der Landwirtschaft kommt nach einer Studie der Universität von Iowa (USA) eine wichtige Rolle bei de Speicherung von CO2 zu. Nach einem Artikel, der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Global Biogeochemical Cycles veröffentlicht wurde, nähmen diese kleinen Wasserspeicher insgesamt etwa genauso viel CO2 auf, wie alle Ozeane der Erde zusammen.

Ein Quadratmeter dieser Teiche nimmt nach Angaben der Studie etwa die tausendfache Menge CO2 im Vergleich zu einem Quadratmeter der Meere auf. Gemeinsam mit den Seen würden sie sogar die 20-50fache Menge pro Quadratmeter an CO2 aufnehmen als ein Quadratmeter Wald. Weltweit gäbe es 304 Millionen natürliche Seen und künstliche Teiche, welche eine Fläche von etwa 4,2 Millionen Quadratkilometern bedeckten.

Der Umwelt würden allein durch diese Bewässerungsteiche pro Jahr 150 Millionen Tonnen CO2 entzogen. "Diese aquatischen Ökosysteme spielen eine ungewöhnlich große Rolle." Trotzdem seien sie bisher völlig unbeachtet geblieben, erklärte der Portugiese Carlos Duarte, der für den spanischen Wissenschaftsrat Consejo Superior de Investigaciones Científicas an der Ausarbeitung beteiligt war.

Für die Studie wurden Messungen über die eingelagerte Menge an CO2 in diesen Teichen in den USA, punktuell auch in weiteren Ländern, über einen Zeitraum von zehn Jahren durchgeführt. Die deutlich höhere CO2-Absorption, auch gegenüber natürlicher Seen, habe mit ihrer Nutzung zu tun. Die Anreicherung durch Nährstoffe durch Vieh und durch Düngemittel führe zu einer stärkeren Fotosynthese von Algen und Pflanzen. Die sterben ab und das CO2 lagert sich im Sediment ab. Deshalb müssten sie nach der Nutzung stillgelegt werden und es wäre es sinnvoll, einen neuen Teich an anderer Stelle auszuheben. Durch Ausbaggern würde das gespeicherte CO2 wieder frei.


Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/2/108618

ring frei zur diskussion ;)
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Beitragvon tepui » Donnerstag 29. Mai 2008, 22:12

Hallo NeoXtrim,

das ist ein interessanter Aspekt. Er passt gut zu der Diskussion hier: http://www.geoversum.info/forum/viewtopic.php?t=1958
Gruß,
tepui
(auch bei http://www.geoversum.de/forum/)
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Beitragvon Arno » Freitag 30. Mai 2008, 20:00

Das Ganze kann m.E. deswegen funktionieren, weil die Teiche so jung sind. In länger existierenden Ökosystemen stellt sich mit der Zeit ein Gleichgewicht zwischen den Pflanzen, den Herbivoren und dann den Carnivoren ein, das in den meisten Ökosystemen dazu führt, dass der Kohlenstoffzyklus kürzer gespannt wird und es nicht zu einer so massiven Deposition von C kommt. Man müsste also, um das System dauerhaft funktionieren zu lassen, nach einiger Zeit immer neue Teiche anlegen.
Zweifel habe ich, ob die globale Übertragung der doch recht lokal gewonnen Ergebnisse gültig ist, ob also die Hochrechung und der darauf basierende Vergleich zum Oceanic Uptake gültig ist.
Arno
 
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