Lehrer werden? (An alle LA-Studierenden und Lehrenden)

Für einen besseren Geographieunterricht an deutschen Schulen :-)

Lehrer werden? (An alle LA-Studierenden und Lehrenden)

Beitragvon Thirteen » Montag 10. November 2008, 17:26

Hallihallo liebe Geographen ;),

ich möchte gern Lehrerin werden bzw. ich glaube das ich das möchte und hätte gern einige Ratschläge von euch. Vielleicht sind ja Lehrer hier, die mir sagen können, wie sie ihr LA-Studium so erfahren haben...?! Wäre jedenfalls total nett und auch sehr sehr hilfreich!

Zu meiner Situation:
Habe dieses Jahr mein Abi gemacht und studiere an der TU Berlin Stadt- und Regionalplanung... warum weiß ich nicht wirklich mehr, aber ich wollte eigentlich immer etwas mit Geographie machen. Meine mama hat mir nur davon abgeraten Geographie einfach so zu studieren und ich habe mich bequatschen lassen und den Geo-Studien-Platz ausgeschlagen.
So, nun macht mir mein SRP-Studium aber nicht wirklich sooo viel Spaß, wie es sein sollte - denk ich jedenfalls. Ich denke daher darüber nach, mein Studienfach zu wechseln. Geht ja leider erst zum WiSe 09/10... und dann wollte ich eben LA studieren. Natürlich u.a. endlich auf Geographie.
Nur hab ich Angst. Woher soll ich wissen, ob ich gut mit Schülern kann? Ob die mich als Respektperson akzeptieren? Auch die NC-Werte lassen mich mulmig stimmen... und ich hätte ja quasi ein Jahr verschenkt...
Also, was meint ihr? Sollte man das wagen? Bräcuhte einfach mal so "Erfahrungsberichte" von LA-Studierenden.
LG, Desiree
Thirteen
 
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Beitragvon P'berger » Mittwoch 4. Februar 2009, 14:40

Hallo :),

ich weiß, dass deine Frage schon etwas zurück liegt, aber besser eine verspätete Antwort als keine ^^

Ich studiere selbst Lehramt (Gym.) Geographie in Bayern (komme aber aus Berlin) und bin nun bald im 2. Semester (kann dir daher noch nicht alt zu viel Erfahrungsberichte geben).

Allerdings besteht für dich die Möglichkeit ein Orientierungspraktikum zu machen um eine eventuelle Neigung zu entdecken...

Allerdings bin ich mir auch noch nicht sicher, ob ich nun wirklich 100% Lehrer werden will.
Geographie an sich ist super !!! - mich stört lediglich der Aspekt, dass man eigentlich schon mit dem Abitur sämtlichen Stoff kennt um in der Schule ein Fach inhaltlich zu unterrichten.
Das Studium soll fachliche Kompetenzen aufbauen, was natürlich auch wichtig und richtig ist, geht aber teilweise sehr ins Abstrakte.

Im Endeffekt gibt es gute Lehrer und schlechte Lehrer.
Bei den Meisten mangelt es nicht am fachlichen Wissen, sondern eher an der Didaktik und der Praxis (Studium ist zu theoretisch) bzw.
dem starken Charackter mit dem Druck der Schule und der Erziehung umzugehen.

Gerade in meiner Kombination (ich studiere als zweites Hauptfach Wirtschaftswissenschaften) werden viele ausgebildete Lehrer nie in einer Schule unterrichten, sondern gehen in die Politik oder freie Wirtschaft.

Es ist keine Schande während des Studiums die Orientierung ein wenig zu ändern.... und deshalb rate ich dir, wage es!

Gerade Geographie ist sehr facettenreich und aufjedenfall sehr interessant zu studieren...

Liebe Grüße
P'berger
läuft.
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Beitragvon Thirteen » Mittwoch 4. Februar 2009, 18:57

Okay, danke für deine Antwort :D
Das macht Hoffnung...
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Beitragvon haarnasenwombat » Mittwoch 4. Februar 2009, 19:38

Dann will ich auch mal meinen Senf dazu abgeben :)

Bei mir lief's genau andersrum: Nach einem Semester E/EK auf Lehramt wollte ich nicht mehr (hatte ein schreckliches Englisch-Semester erwischt) und habe gewechselt, der Geographie bin ich jedoch treu geblieben. (Nach einem Trip durch Nordamerika kam auch Englisch wieder dazu.)

Nach der Uni war ich in verschiedenen Bereichen tätig, es zog mich aber immer wieder zum Unterrichten, war bereits während meiner Schulzeit als Nachhilfelehrerin tätig.

So kam es dann auch, dass ich erst an einer FH für ein Semester als Dozentin gearbeitet habe - und vor einem Jahr dann an einer Realschule als Erdkundelehrerin.

Was ich Dir damit sagen möchte: Wenn Du tief im Inneren unterrichten magst, dann wirst Du es auch.

Teste Dich einmal bei einem Schnupperpraktikum. Meist sind die ehemaligen Gymnasien da sehr kooperativ.
Du könntest Dich auch testen, indem Du z.B. Deinen Eltern, Geschwistern, Freunden etwas versuchst beizubringen, was Du gut kannst. Hier kannst Du sehen, ob Du Geduld hast.

Was die Geographie angeht: Wenn Du schon immer Geographie studieren willst, dann tu es auch. Ich wiederhole mich zwar schon wieder ;), aber: Es kann Dir keiner sagen, welcher Beruf in 5 Jahren gefragt sein wird, wenn Du mit dem Studium fertig bist. Studiere das, was Dich interessiert, dann macht Dir das Lernen Spaß, Du erhältst gute Noten und hast nach dem Abschluss bessere Chancen, einen passenden Arbeitsplatz zu finden.

Selbst wenn Du während des Studiums merkst, dass Lehramt doch nicht Dein Ding ist, kannst Du mit Deinem Abschluss ja auch in die Wirtschaft gehen - das geht doch auch noch nach der Umstellung auf Master, oder? Mit dem Staatsexamen war das immer möglich....

Also: Wage es :)

Grüssle
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Beitragvon HansB » Sonntag 5. Juli 2009, 22:45

Bin schon ein paar Jährchen Erdkundelehrer ... es ist okay, aber Englisch unterrichte ich lieber, obwohl ich Geografie lieber studiert habe. In der Schule ist Geo ein Problem: Es gibt kaum Kinder, die es wirklich mögen (das liegt nicht nur an mir, nehme ich an), einen wahren Grund habe ich bisher nicht ausmachen können, aber es erschwert die Arbeit schon. Dennoch bereue ich nichts.
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Beitragvon haarnasenwombat » Montag 6. Juli 2009, 16:49

An der Schule, an der ich war, war's eher umgekehrt - da hatten die Schüler häufig mehr Lust auf Erdkunde als auf Englisch.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Schule schon sehr besonders war - klein, am Land, äußerst aufgeschlossenes Kollegium und ein offener Chef, der Dich hat walten lassen, solange der Lehrplan nicht vernachlässigt wurde.

Ich finde, dass man bei Erdkunde sehr viel machen kann, um die Kids zu begeistern. Dafür braucht man aber die Mittel und den Chef, der das auch mitmacht.

Grüssle
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