CARAL: ERSTE PYRAMIDENSTADT IN PERU

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CARAL: ERSTE PYRAMIDENSTADT IN PERU

Beitragvon Administrator » Freitag 13. Februar 2004, 15:48

Hi Forum,

ein Beispiel für eine wunderbare wissenschaftliche Dokumentation. Es wurde anhand einer Stadt in Peru der Frage nachgegangen, wie ist überhaupt Zivilisation entstanden. Eine Theorie war, Zivilisation ist entstanden durch Agression (Kriegstheorie). Das bedeutet, dass sich Menschen zu Gruppen, Siedlungen zusammengeschlossen haben, weil Sie ein Schutzbedürfnis hatten.
Bei archäologischen Grabungen fand man in Peru eine Stadt die keine Stadtmauer besaß. Auch wurden kaum Waffen gefunden. Ein Grund die Kriegteheorie abzulegen? Vielleicht? Es entstand anhand dieser Stadt eine weitere Theorie (Handelstheorie). Das bedeutet, Menschen haben sich in Gruppen zusammengeschlossen um friedlich Handel miteinander zu betreiben.
Selten war ich von so einer Reportage gepackt, weil nicht nur stark auf die Theorien eingegangen worden ist, sondern auch auf die Konsequenz dieser Antwort. Sind die Menschen von Natur aus agressiv??

Hat einer von euch zuvällig auch die Reportage gesehen????

Hier der Text von Arte. Hoffentlich wird die Reportage bald nochmal wiederholt.

Vor zwei Jahren machte ein archäologischer Fund aus dem Jahr 1994 Schlagzeilen. Im peruanischen Wüstenstaub wurden Hügel ausfindig gemacht, die man für Pyramiden hielt. Ausgehend von Peru und der "Caral" genannten Stadt behandelt der Film Fragen des Ursprungs großer Zivilisationen.

Dokumentation, Großbritannien 2002, ARTE F Von: Martin Wilson. Wiederholungen in der Nacht vom 09. zum 10.02. und am 01.02. im Nachmittagsprogramm.

Vor einigen Jahren machte ein archäologischer Fund aus dem Jahr 1994 Schlagzeilen. Im peruanischen Wüstenstaub an der Pazifikküste hatte die Archäologin Ruth Shady von der Universität Lima Hügel ausfindig gemacht, die sie für Pyramiden hielt. An diesem Ort vermutete die Wissenschaftlerin eine versunkene Stadt. Schritt für Schritt wurden große Fundamentblöcke, Treppen und Mauern sowie Seile zur Herstellung von Körben freigelegt. Laborbefunde bestimmten die Entstehungszeit auf 2.600 vor Christus. Damit konnten die Wissenschaftler erstmals nachweisen, dass in Südamerika zur gleichen Zeit wie im Mittelmeerraum - also 1.000 Jahre früher als angenommen - eine komplexe Zivilisation bestanden hatte. Flöten aus Geierbein sowie Muscheln, Fischgräten und Überreste halluzinogener Pflanzen lassen darauf schließen, dass das Volk von Caral in der durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem urbar gemachten Ebene Baumwolle anbaute und lebhaften Handel betrieb. Ausgehend von Peru und der Stadt Caral behandelt der Film Fragen des Ursprungs der großen Zivilisationen und geht dabei auch auf die großen Kulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Indiens, Chinas und Mittelamerikas ein.

Liebe Grüße

Daniel und Dirk
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Beitragvon Arno » Montag 16. Februar 2004, 14:31

Hi Mods,
könnt Ihr Euch zufällig erinnern, bzw. wurde das überhaupt erwähnt, wieviele Datierungen das genannte Alter der Stadt stützen? Archäologen haben nämlich machmal die schlechte Angewohnheit, auf einem einzigen C14-Alter ganze Weltenreiche aufzubauen.
Ein ähnlicher Fall sind vielleicht die Pueblo-Städte der sogen. Anasazi-Indianer des Colorado-Plateaus (Nordamerika), wo ebenfalls nie Waffen gefunden wurden, obwohl die Gebäude stark an Trutzburgen erinnern.
Auch an Euch liebe Grüße
Arno
 
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Beitragvon Administrator » Mittwoch 18. Februar 2004, 12:54

Hi Arno,

die Reportage ist natürlich schon etwas zurück, aber soweit ich mich erinnern kann wurden eine Reihe von Datierungen vorgenommen. Gerade weil Caral gerade ein Tummelplatz von Archäologen ist, sollte so ein Fehler doch nicht unterlaufen sein?! Hoffentlich..., da die Handelstheorie doch soll viel Hoffnung beinhaltet!

Daniel und Dirk
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