Geographie im Fernsehen

Eure Tipps und Hinweise für geographisch interessante, anspruchsvolle TV-Dokumentationen und Runkfunksendungen

Beitragvon nero » Freitag 18. Mai 2007, 22:04

Hi,

gestern war ja der Naturgewalten-Tag auf 3Sat wo ziemlich viele Sendungen über Erdbeben, die Alpen, Vulkanausbrüche, Länder (z.B Island), Wetter und Klimaerwärmung, Hochwasser usw. einen ganzen Tag gezeigt wurden.

Was ich aber ein wenig seltsam finde ist, wenn in den Sendungen irgendwelche Wissenschaftler irgendwas erklären oder Interviews geben sind es immer entweder Geologen, Geophysiker, Vulkanologen oder Seismologen aber nie Geographen.

Woran liegt denn das, das bei solchen Sendungen nie Geographen physischer Ausrichtung über obige Themen interviewt werden? Schließlich sind ja Geographen genauso Experten in den Fächern Hydrologie, Klimatologie, Geomorphologie, Bodenkunde, Fernerkundung, Frühwarnsysteme usw.. wie Geologen oder Geophysiker.

Hat da wer ne Ahnung, warum das so ist?

ciao Tobi
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Beitragvon haarnasenwombat » Montag 21. Mai 2007, 09:28

Vielleicht liegt das daran, dass die nicht wissen, was Geographen so tun ;)

Vor ner Weile gab's mal eine Stellenausschreibung, in der Geographen für ne Wissenschaftssendung gesucht wurden.

Vielleicht macht es sich auch besser, wenn man im TV nicht "nur" als Geograph, sondern als "Spezialist" genannt wird?

Ne andere Idee habe ich auch nicht....
Aber komisch ist's schon.

Grüssle
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Beitragvon tepui » Dienstag 22. Mai 2007, 10:34

Ich glaube, dass die meisten Zuschauer solcher Sendungen eine gewisse Vorstellung vom Fachgebiet eines Geologen haben, bei Geograph aber eher an "Stadt, Land, Fluss" denken. Letzteres liegt ja vielleich auch am üblichen Erdkundeunterricht. Mit geographischen Spezialgebieten wie z.B. Geomorphologie kann widerum kaum einer was anfangen. Hier wird die Geographie also im gewissen Sinne Opfer ihres unscharfen Fachgebiets, das naturwissenschaftliche wie geisteswissenschaftliche Methoden umfasst.

Gruß
tepui
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Beitragvon TCLo » Dienstag 22. Mai 2007, 10:37

tepui hat geschrieben:Ich glaube, dass die meisten Zuschauer solcher Sendungen eine gewisse Vorstellung vom Fachgebiet eines Geologen haben, bei Geograph aber eher an "Stadt, Land, Fluss" denken. Letzteres liegt ja vielleich auch am üblichen Erdkundeunterricht. Mit geographischen Spezialgebieten wie z.B. Geomorphologie kann widerum kaum einer was anfangen. Hier wird die Geographie also im gewissen Sinne Opfer ihres unscharfen Fachgebiets, das naturwissenschaftliche wie geisteswissenschaftliche Methoden umfasst.

Gruß
tepui


Ja, sehr gute Antwort, finde ich auch!


Da muß man doch nur mal die üblichen Reaktionen aus seinem Bekanntenkreis abspulen, wenn man sich als Geograph ausgibt: "Ach, Du machst Karten!"; "Ach, Du machst was mit Steinen - GEO und so!"

;)
http://www.geodok.uni-erlangen.de/ - die Geographische Aufsatzdatenbank
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Beitragvon haarnasenwombat » Dienstag 22. Mai 2007, 15:34

Ohja,
bei den einen muss man jede Hauptstadt auswendig kennen,
die nächsten lassen uns nur Karten "malen" (!!)
und bei der dritten Gruppen sind wir Geologen....

Eigentlich sollte man das in der Schule lernen, also die Unterschiede - aber man tut's nicht....
Sollte ich mal einführen ;)

Grüssle
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Beitragvon nero » Dienstag 22. Mai 2007, 23:16

Der Hauptgrund, warum ich die Frage gestellt habe war halt folgender: Ich interessiere mich halt für Vulkane, Plattentektronik, Tornados, Erdbeben und Tsunamis (wie sie entstehen), Hangrutschungen in den Alpen usw... Mach mir auch Hoffnungen irgendwann mal in einem Forschungsinstitut wie z.B das Geoforschungszentrum Pottsdam oder beim DLR unterzukommen. Wär mir halt nicht so recht, wenn die eher Geologen oder Geophysiker für die genannten Gebiete einstellen.

Gruss Tobi
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Beitragvon Reaumur » Mittwoch 23. Mai 2007, 11:56

nero hat geschrieben:Wär mir halt nicht so recht, wenn die eher Geologen oder Geophysiker für die genannten Gebiete einstellen.

Gruss Tobi


Das hängt aber natürlich auch ganz stark von der Fragestellung ab. Ich würde mal ganz allgemein sagen, daß bei Geographen bei der Beschäftigung mit Naturprozessen vor allem auch der Mensch und die Interaktion Mensch-Natur eine wichtige Rolle spielt. Das dürfte wohl einen deutlichen Unterschied zu anderen Geowissenschaftlern ausmachen.
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Beitragvon Reaumur » Mittwoch 23. Mai 2007, 11:59

nero hat geschrieben:Was ich aber ein wenig seltsam finde ist, wenn in den Sendungen irgendwelche Wissenschaftler irgendwas erklären oder Interviews geben sind es immer entweder Geologen, Geophysiker, Vulkanologen oder Seismologen aber nie Geographen.


Gerade bei den Medien scheint da eine große Unwissenheit zu herrschen. Als vor einiger Zeit der Hurricane Katrina herrschte, hat ein Online-Magazin tatsächlich einen Geologen als Experte für Stadtplanung in New Orleans interviewt. Da kann man als Geograph nur mit dem Kopf schütteln.
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Beitragvon haarnasenwombat » Freitag 25. Mai 2007, 01:02

nero hat geschrieben:Der Hauptgrund, warum ich die Frage gestellt habe war halt folgender: Ich interessiere mich halt für Vulkane, Plattentektronik, Tornados, Erdbeben und Tsunamis (wie sie entstehen), Hangrutschungen in den Alpen usw... Mach mir auch Hoffnungen irgendwann mal in einem Forschungsinstitut wie z.B das Geoforschungszentrum Pottsdam oder beim DLR unterzukommen. Wär mir halt nicht so recht, wenn die eher Geologen oder Geophysiker für die genannten Gebiete einstellen.

Gruss Tobi


Hallo,

wenn Du Dich für oben genannte Bereiche interessierst, hast Du dann auch Geologie als Nebenfach gewählt? Dann wäre das bestimmt kein Problem.

Grüssle
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Beitragvon nero » Freitag 25. Mai 2007, 09:10

Hallo

@ Haarnasenwombat: Noch studiere ich ja noch nicht Geo, fang erst im Oktober an.
Aber für mich kommt Physische Geographie schon eher in Frage als Geologie, allein schon wegen der Beziehung Mensch/Umwelt. Auf dem Gebiet muss nämlich in naher Zukunft noch einiges verbessert werden.

Aber die Kombination Geographie mit Nebenfach Geologie klingt interessant, so werd ich´s dann warscheinlich machen.

Viele Grüsse
nero
 
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