Europas älteste Zivilisation entdeckt!!!

Vom Nordkapp bis nach Sizilien. Von Irland bis an den Ural. Spezielle Fragen zum Thema Europa finden hier ihren Platz.

Europas älteste Zivilisation entdeckt!!!

Beitragvon Kieselsäure » Sonntag 17. Juli 2005, 03:17

Hallo Forum,

sicher habt ihr in den vergangenen Wochen diese Meldung mal gehört:

http://morgenpost.berlin1.de/content/20 ... 59458.html

Es ging darum daß 150 Tempel einer uralten Zivilisation in Europa entdeckt wurden, und zwar in Deutschland, Österreich und der Slowakei.
Und der Haupttempel soll sich unter dem Stadtgebiet der heutigen Stadt Dresden befunden haben. Da die genannten Staaten ja nun ein sehr großes Gebiet umfassen, würde es mich interessieren wie man auf den Schluß gekommen ist, daß dies alles Zeugnisse ein und derselben vergangenen Kultur sind. Ich meine da müßten ja mehrere Archäologenteams in 3 Ländern gleichzeitig was gefunden haben!
Sicher hat man nicht alles gleichzeitig ausgegraben. War vorher schon was bekannt, und wie kam man dazu daß alles ein und derselben Kultur entstammt?

Weiß jemand mehr darüber darüber?

Gruß,
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Beitragvon corvus corax » Sonntag 17. Juli 2005, 13:13

der bericht des britischen "independent" war wohl ein wenig reißerisch aufgemacht. das sächsische landesamt für archäologie hatte in den folgenden tagen (mitte juni 2005) alle hände voll zu tun, die sensationslüsterne presse zu beruhigen. neu ist die erkenntnis über die "älteste zivilisation europas" nämlich nicht und das wissen über diese frühe kultur eher spärlich. das macht die ganze sache aber nicht minder interessant. ein artikel der das ganze ein bisschen geraderückt findet sich hier:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde ... 46,00.html

ansonsten sind fundierte informationen beim sächsischen landesamt für archäologie zu erhalten:
http://www.archsax.sachsen.de/grabungen/bab%2017.html

da steht dann auch, dass die grabungen bereits seit den 90er jahren laufen.
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Beitragvon Kieselsäure » Samstag 23. Juli 2005, 21:21

Hallo Corvus,

danke für deine Antwort. Wie ich sehe, war meine Skepsis über den Artikel angebracht.
Die Ausgrabungen mit den Kreisgrabenanlagen in Dresden-Nickern kannte ich schon vorher, wußte nur nicht daß gerade diese Ausgrabungen für die Meldung über Europas älteste Zivilisation herangezogen worden waren :-)

Beschäftigst du dich öfters mit archäologischen (oder auch geoarchäologischen) Fragen?

Gruß,
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Beitragvon corvus corax » Montag 25. Juli 2005, 18:54

Beschäftigst du dich öfters mit archäologischen (oder auch geoarchäologischen) Fragen?

Nein, eigentlich nicht. Ich hab zwar mal für das Sächsische Landesamt für Archäologie gearbeitet, aber in einem ganz anderen Zusammenhang. Von der Sache mit der ältesten Zivilisation Europas hatte ich in der Zeitung gelesen. Klingt ja auch interessant, aber so lange die Archäologen nicht selbst mit Veröffentlichungen rausrücken, bleibt es bei Spekulationen über Hintergründe und eventuelle Zusammenhänge der Dresdner Funde mit anderen in Europa.
Frühe Kulturen sind insofern leider auch ein beliebter Tummelplatz für alle möglichen esoterischen Theorienschuster. Ich hab letztens mal im Internet nach möglichen Erkenntnissen gesucht, die Kontakte zwischen Polynesiern und Völkern in Südamerika betreffen. Aber da suchst du ewig und findest nur Seiten mit wilden Spekulationen von Atlantern und ähnliches.

Geoarchäologie ist aus bodenkundlicher Sicht übrigens ein interessantes Betätigungsfeld. Als Bodenkundler hat man dafür bereits ein ganz gutes Rüstzeug.
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Beitragvon Kieselsäure » Sonntag 31. Juli 2005, 23:06

hallo corvus,

habe auch mal im LfA gearbeitet (einmal Karten sortieren und einmal GIS-Eintragungen).
Kann mir vorstellen daß die Archäologen nun nicht gerade darüber erfreut sind mit Fragen bombardiert zu werden wegen des Artikels.

Ich beschäftige mich ein wenig mit geoarchäologischen Fragen aus bodenkundlicher Sicht, meine Diplomarbeit hatte das zum Thema. Da gings dann vor allem um Kolluvien. In Großbritannien und anderen europäischen Staaten ist die Geoarchäologie ja wesentlich integrierter in der Hochschul- und Forschungslandschaft, in Deutschland leider noch nicht so. Zum Beispiel gibts erst seit einem guten Jahr den Arbeitskreis Geoarchäologie als Institution. Ich finde das ist ein wahnsinnig interessantes Betätigungsfeld, wenn bodenkundliche/geomorphologische Erkenntnisse und archäologische Ausgrabungen im Zusammenhang gesehen werden. Vor allem die Reliefformen und kolluvialen Böden sind ein wahres Archiv an Informationen über die Entwicklung und gegenseitige Beeinflussung von Natur- und Siedlungsgeschichte.
Arbeitsplätze sind da aber leider begrenzt :-(

Gruß,
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Beitragvon corvus corax » Mittwoch 3. August 2005, 18:57

weil du die leidige frage "jobs" ansprichst. gibt es denn beim dresdner landesamt für archäologie jemanden mit bodenkundlichen fähigkeiten, der im sinne der geoarchäologie tätig ist? vielleicht brauchen die ja jemanden. hast du da mal "werbematerial" vorbeigebracht?

machst du beruflich was in der richtung?
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Beitragvon Kieselsäure » Freitag 5. August 2005, 01:01

hallo Corvus,

ich schreibe meine Antwort mal in das Forum "Jobs", weil das jetzt nichts mehr mit Europa zu tun hat. Schau mal dort
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