Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Gewinnt immer mehr Bedeutung in der Geographie. Tipps, Angebote und nützliche Hinweise gibt es hier.

Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Beitragvon sidolin » Donnerstag 5. Mai 2011, 17:45

Hallo liebe Weiterbildungsinteressierte,

ich möchte gerne demnächst in einer Praxisqualifizierung zum GIS-Engineer teilnehmen. Die frankepartner GmbH in Dortmund bietet ab dem 15.07.2011 (Beginn evtl. auch später) so eine Weiterbildung an! Das Problem an der ganzen Sache ist, dass es vielleicht nicht stattfinden wird, weil es zu wenige Interessenten gibt!
Nun, bis dahin ist noch Zeit! Und weil ich der Meinung bin, dass GIS-Experten sowohl GIS-Anwendung und GIS-Entwicklung, als auch Geodatenmanagement beherrschen sollten, wäre es sehr schade für mich, wenn dieser Kurs nicht stattfinden würde!
Deshalb führe ich hiermit ein bißchen Eigeninitiative durch und versuche Mit-Teilnehmer zu finden!

Also, wenn jemand Interesse hat, der kann...
... den Kursablauf unter dieser Adresse einsehen
http://frankepartner.net/geographische-informations-systeme#GIS-Engineer
... oder sich ausführlich informieren bei diesem netten Herren
M.A. Geogr. Gregor D. Weyerke
Martin-Schmeißer-Weg 14
44227 Dortmund
fon 0231.97 51 41 – 24
mail weyerke(at)frankepartner.net

Diese Qualifizierung kann übrigens durch einen Bildungsschein der Arbeitsagentur gefördert werden! Doch bevor ihr euch vorerst beim Arbeitsamt informiert, spricht erstmal mit Herrn Weyerke. Denn sie brauchen gute Argumente, um die Arbeitsagentur überzeugen zu können! Und genau dabei hilft er ihnen!

Meine Gründe, wozu ich mich dafür entscheide?
1) Anwendung und insbesondere Entwicklung in GIS
2) Geodatenmanagement
3) Projektmanagement in GIS und sonstige Managementtechniken
4) Projektarbeit und Praktika
5) die Berufschancen steigen damit enorm. Mit Kenntnissen in Entwicklung könnte man sogar höheren Gehalt verhandeln!

Also, bitte bitte, denkt darüber nach, informiert euch (auch über die Finanzmöglichkeiten) und tut mir den Gefallen und versucht mit einzusteigen ;) Ich wäre euch auch sehr dankbar, wenn ihr diese Informationen an potentielle Inteessenten eures Bekanntenkreises weiterleitet!

viele Grüße
sidolin
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Re: Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Beitragvon Otto abnormal » Montag 9. Mai 2011, 00:09

Ich wünsche Dir, dass der Lehrgang zustande kommt. Vielleicht kannst Du ja dann mal berichten, wo genau Schnittstellen und Unterschiede zwischen universitärer Ausbildung und der Praxisqualifizierung zum GIS-Engineer liegen. Das könnte weitere Interessenten auf den Plan bringen.
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Re: Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Beitragvon sidolin » Montag 9. Mai 2011, 13:48

Danke dir!

Ich kann bereits jetzt schon etwas sagen über die Unterschiede. Allerdings nur in meinem Fall.
Ich habe physische Geographie studiert. Dabei wurde uns nur die Anwendung von ArcGIS und Erdas Imagine beigebracht, wozu natürlich auch die Grundlagen der Geoinformatik zählen. D.h., was ist Vektor, was Raster, welche Formate gibt es, Koordinatensysteme usw.
In der Praxis allerdings werden Geographen gesucht, die nicht nur die Software bedienen, sondern auch Skripte schreiben können, GIS-Projekte managen, führen oder veröffentlichen können (per WMS-Dienste usw.). Denn den Firmen (z.B. der Branche Umweltplanung) ist es lieber einen Geographen (oder Landschaftsplaner usw.) mit Enticklungskenntnissen einzustellen, als einen Geoinformatiker ohne umweltspezifischen Fachkenntnissen (so meine Erfahrung).
Hinzu kommt Erfahrung mit Open-Source Produkten, die für viele Firmen immer interessanter werden insbesondere aufgrund des Kostenfaktors und aufgrund ihres immer besser werdenden Funktionsumfangs.

Im Infoblatt zur 'Praxisqualifizierung GIS-Engineer' werden genau diese fehlenden Kenntnisse aufgelistet (die z. B. ein Geograph wie in meinem Fall mit sich bringt), die dann im Verlauf des Kurses vermittelt werden.

Ich denke nur, jeder der in die GIS-Branche in Umweltfragen einsteigen will und nur Anwender-Qualitäten besitzt, der hat wenig Chancen als GIS-Experte angesehen zu werden. Es sei denn, derjenige kümmert sich um seine entwicklungs- und verwaltungstechnische Weiterbildung in GIS.
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Re: Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Beitragvon Otto abnormal » Mittwoch 11. Mai 2011, 08:30

Das klingt interessant und nach einer sinnvollen "Zusatzqualifikation". Ich setzte das Wort Zusatzqualifikation in Anführungszeichen, weil ich solche Praxisqualifizierungen (es gibt neben Frankepartner auch noch andere Anbieter mit vergleichbaren Modulen) mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe. Auf der einen Seite freue ich mich, dass es solche praxisnahen Angebote gibt, auf der anderen Seite ist es schon erstaunlich, dass man als Absolvent der Geographie, des Bauingenieurwesens oder der Landschaftsplanung noch eine Zusatzqualifikation in GIS und Projektmanagement machen "muss", um für den Arbeitsmarkt qualifiziert zu sein. Da fragt sich ein außenstehender (Bewerbungsadressat, ARGE-Fallmanager) doch, was man an der Uni macht, wenn man solche grundlegenden Dinge wie Programmierung, Projektmanagement usw. erst in Fortbildungsmaßnahmen beigebracht bekommt (etwas zugespitzt formuliert!)? Vielleicht liegt ja auch hierin die Schwierigkeit, die ARGE davon zu überzeugen, dass ein abgeschlossenes Studium nicht reicht, um in Deutschland einen qualifizierten Arbeitsplatz auszufüllen - übertrieben formuliert, aber so sieht es ein naiver ARGE-Mitarbeiter?

Das offenbar eine Diskrepanz zwischen universitärer Ausbildung und fachlichen Arbeitsmarktanforderungen besteht, belegt ja schon alleine die Existenz solcher Qualifizierungsmaßnahmen und die Tatsache, dass es von der Agentur für Arbeit auch noch gefördert wird.

Ich denke mal, dass die Dozenten der GIS-Qualifizierung aus der beruflichen Praxis kommen. Erst recht dann würde ich denen, die die Möglichkeit dazu haben, zu solchen Fortbildungen raten. Soweit ich weiß, haben in diesem Forum auch schon ein, zwei Leute solche Fortbildungen absolviert und sind anschließend erfolgreich in die Berufswelt eingestiegen. Neben der Fortbildungsmöglichkeit verfügen solche Anbieter oft auch über Kontaktmöglichkeiten zu potentiellen Arbeitgebern. Alles in allem also möglicherweise eine empfehlenswerte Geschichte.
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Re: Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Beitragvon sidolin » Mittwoch 11. Mai 2011, 13:47

Ja, da bin ich voll und ganz deiner Meinung! Du sprichst mir aus der Seele... Hätte ich gewusst, was genau konkret erwartet wird, hätte ich versucht während des Studiums noch extra Seminare zu besuchen. Ich war überrascht und danach ausgesprochen verzweifelt, dass mein Studium für die Praxis einfach nicht reicht. So wie du sagst, es ist zum 'heulen'.
Es ist natürlich auch etwas meine Schuld. Ich hätte damals mehr eigenständiger recherchieren sollen und weniger auf Dozenten oder Kommillitonen hören. Aber ich hätte nicht gedacht, das Projektmanagement so wichtig sein kann?

Nun gut, ich habe mir viele Module angeschaut. Hiermit hat man allerdings ein Modul, der mehrere Lerneinheiten in einem 'Schwubs' und an einem einzigen Ort anbietet. Es wäre daher schade, wenn es nicht stattfindet. Sonst muss ich mir eben Alternativen suchen, und von Ort zu Ort ziehen, was wesentlich zeitaufwendiger sein kann.
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Re: Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Beitragvon HarryHirsch » Mittwoch 10. August 2011, 15:45

Servus aus den Alpen,

zu der genannten Praxisquali möchte ich sagen, dass ich vor genau einem Jahr auch vor dieser Entscheidung stand. Damals (wohnhaft in Dortmund) hat
mir das Arbeitsamt diesen Kurs trotz ordentlicher Begründung verweigert. Last Euch auch nicht bezgl. der Offerte "Bildungsgutschein" lumpen - die Bundesagentur
ist durch den Gesetzgeber weiter in ihrem Handlungsbereich beschränkt worden und kann grundsätzlich nur noch Qualifizierungsmaßnahmen mit einer Dauer
von max. 3 Monaten fördern. Genau diese Kerninformation wird allzu oft vergessen. Es ist einfach beschämend, dass diese Inhalte nicht an einer Universität
verbindlicher Bestandteil des Lehrplans sind. Problem: Die Unidozenten haben schlichtweg nur in Ausnahmefällen davon Ahnung - und ein gemeiner Absolvent kann
sich eine solche Qualifizierung nicht aus eigener Tasche leisten. Und - überspitzt gefragt - meint Ihr nicht auch, dass sich da Firmen auf eine Marktlücke spezialisiert
(Franke Partner & Co.) haben, die immer seltener ohne eine Subventionierung öffentlicher Träger auskommt?

Also, auch ich habe es trotz einer 1,7 mit meinem Geographiestudium (Ausrichtung: Wirtschaftsförderung, Projektmanagement, Standortentwicklung & Regio-
management) nie in eine relevante Position geschafft. Im Nachhinein hätte man Geographie gar nicht studieren sollen - meine Freundin bewirbt sich mit einem
BSC in Wiwi und bekommt auf 10 Bewerbungen durchschnittlich 7 Einladungen zu V-Gesprächen. Selbstverständlich auch mit ganz anderen Gehaltsvorstellungen,
über die man als Geograph gar nicht nachdenken brauch.

Insofern wünsche ich allen Mitstreitern viel Glück in Sachen Karr. - respektive Überdauern.

Euer HarryHirsch!
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Re: Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Beitragvon Otto abnormal » Donnerstag 11. August 2011, 08:54

Das mit den maximal 3 Monaten von der ARGE finde ich schade, da ich mir kaum vorstellen kann, dass es so kurze sinnvolle Fortbildungen geben kann – na ja, den Staplerschein vielleicht….

Wenn die Dozenten an der Uni gewissen praxisrelevanten Stoff aus welchen Gründen auch immer nicht unterrichten können, dann könnte man über eine Kooperation der Unis mit solchen Fortbildungsanbietern nachdenken. Wir hatten immerhin bei uns am Institut mal einen Gastdozenten aus dem Bereich Fernerkundung, der eine Schulung durchgeführt hat, für die er normalerweise € 3000,00 pro Teilnehmer kassiert. Für die Studenten in seinem Seminar war die Veranstaltung kostenlos. Es gibt also Wege…

Ich könnte mir auch vorstellen, anstelle eines Auslandssemesters oder Praktikums eine solche GIS- Fortbildung während des Studiums zu machen, wenn die Kostenfrage geklärt werden kann (Sponsoring).

Möglicherweise setzt sich die Zielgruppe der Fortbildungsanbieter hauptsächlich aus Personen zusammen, die von ihrem Arbeitgeber auf eine solche Schulung geschickt werden und das dann auch bezahlt bekommen?
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Re: Praxisqualifizierung GIS-Engineer

Beitragvon HarryHirsch » Freitag 23. September 2011, 21:03

Servus - wieder aus den Alpen.

Sicher - keine dieser Qualifizierungsmaßnahmen ist für einen "Außenstehenden" aus eigener Tasche zu bezahlen, noch macht ein solcher Kurs unterhalb von 6 Monaten Sinn. Nun, die Arbeitsagenturen können bei den Jobchancen nicht allen Absolventen dieser Fachrichtungen eine derartige Maßnahme finanzieren - macht auch keinen Sinn, denn derart viele GIS-.. braucht kein Mensch. Ich möchte zu bedenken geben, dass die öffentliche Verwaltung in den nächsten Jahren weiter rationalisieren muss - und dementsprechend verwaltende Funktionen (wie Kartenpflege/Dokumentation) outgesourct werden müssen. An der Stelle käme dann eigentlich die Privatwirtschaft zum Zuge - aber wer kauft irgendwann noch digitale Kartendaten von X-Anbietern, wenn selbst dafür die finanziellen Mittel limitiert sind? Jetzt gibt es sicherlich Personen, die das PPP-Szenario aufwerfen würden. Auch das hat seine Grenzen. Daher kann ich jedem Geographen dazu raten - sich anderweitig zu spezialisieren. Und - ein GIS zu erlernen und zu verstehen, war früher auch ohne Qualifizierungsmaßnahme möglich. Die Kunst lag nur darin, grundlegendes Kartenmaterial zu finden...
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