Spezialist/-in für Geographische Informationssysteme (GIS)

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ESRI - Welt + GIS Programmierung

Beitragvon Stefan » Montag 10. Mai 2004, 11:31

in einer ESRI Welt leben wir sicherlich nicht. Es bleibt aber dennoch fraglich, wie die potentiellen Arbeitgeber reagieren wenn im Kurs weder ESRI noch Intergraph, MapInfo vorkommt. Der Hinweis, dass eine reine GIS Anwendung für den Arbeitsmarkt nicht mehr so interessant ist, ist sicherlich richtig und findet meine vollste Zustimmung. Ob aber die paar Wochen an Programmieren ausreichen um in Konkurrenz mit "echten" GeoInformatikern (insb. Vermesser, die oft schon während des Studiums programmieren) zu treten ist meiner Meinung nach äußerst fraglich. Hinzukommt, dass VB.NET nicht so attraktiv ist - VB6 ist zwar schon recht alt aber immer noch Standard. Als Ergänzung dazu hätte ich eher Java order C# vorgeschlagen.

Klingt jetzt vielleicht alles ziemlich kritisch - der Kurs ist meiner Meinung nach schon interessant aber angesichts der Gesamtdauer von 9 Monaten und der ambitionierten Themen darf man davon nicht erwarten, dass man danach einen fertig ausgebildeter Programmierer für GIS ist.
Stefan
 
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Beitragvon viwotec » Montag 10. Mai 2004, 12:50

Hallo,

@Stefan

der Kurs hat nicht den Anspruch, mit der Geoinformatik in Konkurrenz zu stehen, geschweige denn voll ausgebildete Programmierer hervorzubringen. Der Kurs heißt dementsprechend "Spezialist für Geographische Informationssysteme mit Schwerpunkt Programmierung".

Es geht um Grundlagen, auf denen man in der Praxis aufbauen kann. GIS - Systeme werden immer preiswerter und sind immer "einfacher" zu bedienen. Deshalb muss man sich als Anwender auch weiterentwickeln, um sich von der Masse abzuheben. Manifold lässt sich über VB.Net programmieren, man kann also eigene Anwendungen erstellen. Hier geht es um spezielle Anwendungen, z.B. Benutzeroberflächen, Schnittstellen etc. und nicht um Spiele oder komplexe Softwareprogrammierung. VB.NET ist eine Weiterentwicklung von VB6 und steht mittlerweile auf einer Stufe mit C#. Falls die Aussage statistisch belegbar ist, zweifel ich an, dass der vermeindliche Standard von VB6 im Gebrauch noch lange Standard bleiben wird. Außerdem verstehe ich nicht, warum VB.NET unattraktiv sein soll, Java und C# aber nicht. Der Sprachenaufbau ist ähnlich, nur dass VB.NET anwenderfreundlicher und leichter zu erlernen ist.

Was den Arbeitsmarkt betrifft, z.B. Gruner+Jahr arbeitet bereits mit Manifold (u.a. Stern).

Gruß
Jürgen Steiner
viwotec
 

VB.NET ...

Beitragvon Stefan » Dienstag 11. Mai 2004, 11:59

.NET hat bei neuen Applikationen tatsächlich einen Marktanteil der dem von JAVA entspricht. VB.NET ist aber keine neue Version von VB6 sondern eine komplett neue und sehr umfangreiche Sprache. Kommt man im Rahmen des Kurses über "Hallo Welt" Programme mit einer simplen GUI hinaus? Im GIS Bereich werden Webserver Anwendungen immer wichtiger (hier hat JAVA im übrigen noch die Nase vorn). Werden da welche mit .NET erstellt?

Ob VB.NET zum Einstieg optimal ist, darüber kann man wohl lange streiten ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Insofern kann ich den Einwand gelten lassen. Was aber bleibt ist die kurze Dauer des Kurses. Vielleicht sind meine Befürchtugen dahingehend ja unbegründet. Deshalb die Frage: Wie ist aus Erfahrungswerten die Vermittlungsquote bei dem Kurs? Wie viele arbeiten danach tatsächlich im GIS Bereich?

PS: Übrigens will ich einen Aspekt des Kurses ausdrücklich loben - ein Praktikum im Rahmen des Kurses zu machen ist sehr sinnvoll. :)
Stefan
 
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Beitragvon viwotec » Dienstag 11. Mai 2004, 14:38

Hallo,

@ Stefan

VisualBasic.NET ist sicher keine neue Version von VB6. Es wird aber kein VB7 geben. Deshalb kann man in der Tat von einem Nachfolger sprechen, auch wenn sich viele Dinge grundlegend geändert haben.

Mit VB.NET kann man auch Konsolenanwendungen verwenden.

Wenn man in das kleinste Detail gehen will, um Unterschiede, Vor- und Nachteile von Java, C# oder VB zu finden und abzuwägen, um für alle Zwecke gerüstet zu sein, muss man seinen Weg in der Informatik suchen. Ich kann mich nur wiederholen, man kann in 3 Monaten kein Studium nachholen. Es werden Programmiergrundlagen vermittelt, die man danach beruflich und auch im Selbststudium vertiefen kann/muss.

Web-Anwendungen werden im Kurs durchgenommen (Internet Map Server). Manifold beinhaltet den IMS (keine separate Extension). Internetprogrammierung kann man in der kurzen Zeit nicht mit abdecken, außer eine kleine Einführung in HTML, was bekanntlich keine Programmiersprache ist.

Der Kurs wird von uns zum ersten mal angeboten. In Verbindung mit VB.NET gibt es meines Wissens nur wenige Kurse. Jeder Teilnehemer hat im Praktikum die Chance, sich bei Firmen zu empfehlen und seine bisherigen beruflichen Erfahrungen einzubringen. Wir sprechen nicht über ein Studium oder eine dreijährige Ausbildung, in der man gezielt auf bestimmte Arbeitsstellen vorbereitet wird. Deshalb sprechen wir ungern von einem reinen GIS-Arbeitsmarkt. GIS ist ein vereinfacht gesagt ein Werkzeug, mit dem ein Touristiker, Betriebswirt, Stadtplaner etc. räumliche Daten für seine Zwecke graphisch darstellen und analysieren kann. Deshalb kann man nur schwer sagen, wer in welcher Firma unterkommen wird. Potentielle Arbeitgeber gibt es sehr viele.

Wer richtig in die Tiefe gehen will und Software programmieren will (wir entwickeln eine Software für die Umsetzung von 3D Daten), kommt um ein Mathematik und/oder Informatikstudium nicht herum.
viwotec
 

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